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Indische Kräuterregulation bei chronischen Entzündungen


Alle Kulturen dieser Welt haben ihre eigene Tradition in der Anwendung von Heilpflanzen. Eine der ältesten überlieferten und heute noch praktizierten Heilpflanzen-Therapien finden wir in Indien, Bangladesch, Sri Lanka und Nepal. Heute ist diese traditionelle Naturheilkunde erfolgversprechend in USA, Kanada, Europa und Australien verbreitet.

Noch älter dürften die Überlieferungen aus dem Alten Testament sein. Hinweise auf Heilpflanzen der Bibel gehen bis in die ersten Jahrhunderte der biblischen Menschheitsgeschichte zurück.

Die vielfältigen Effekte der indischen Heilpflanzen-Therapie reichen von Regulation und Harmonisierung bis zur Immunmodulation. Es gibt antioxidativ wirkende Kräuter und antibakteriell wirksame. Manche Kräuter zerstören Giftstoffe im Körper, leiten Schlacken und Schadstoffe aus, regen die Verdauung an, stärken das eine oder andere Organ, ein Gewebe oder wirken korrigierend bei Stoffwechselstörungen.

Das naturheilkundige Prinzip lehrt ausdrücklich, die aktiven Wirkstoffe einer Pflanze nicht zu isolieren, weil mit dieser Methode nicht nur die erwünschten, sondern vor allem auch die unerwünschten (Neben-) Wirkungen verstärkt werden können. Die indische Heilpflanzenkunde lehnt solche Isolationsmethoden generell ab.

Gesundheit lässt sich nicht in der Apotheke, im Reformhaus, Bioladen oder im Drogeriemarkt kaufen, sondern wird erzielt durch eine Änderung des Lebensstils. Jeder Mensch muss sich aktiv darum bemühen. Körper, Geist und Seele sind als Einheit zu verstehen. Ist ein Teil gestört oder wird er vernachlässigt, hat es Auswirkungen auf alle Bereiche.

Indische Kräutermischungen sind wegen ihrer regulativen Einflüsse auf den Organismus bewährt. Hier werden einige dieser Mischungen vorgestellt. Sie können einzeln oder kombiniert angewendet werden. Sie werden empfohlen von der indischen Ernährungswissenschaftlerin Dr. phil. Madhura Dixit.

Bei dieser Mischung sind die Auswahl und Dosierung der einzelnen Zutaten von elementarer Bedeutung. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig und reichen von chronischen Entzündungen des Darms (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) bis zu Entzündungen der Gelenke durch Rheuma, Arthritis und durch Verschleiss der Gelenke und der Wirbelsäule. Weitere Anwendungen sind Harnwegsinfektionen, wie Blasenentzündung, Prostataentzündung und auch bei Steinbildung der Niere oder Blase. Ferner kann die Mischung bei Stoffwechselerkrankungen, zur Darmreinigung und zur allgemeinen Vitalisierung nach Krankheiten oder bei Schwäche gegeben werden.

Ein wichtiges Prinzip ist, nicht immer gegen die Krankheit selbst vorzugehen, sondern den Kranken so zu stärken, dass das eigene Immunsystem und die Selbstheilungskräfte die Krankheit überwinden können.
Beide Substanzen werden seit Jahrhunderten verwendet und sind seit etwa zwanzig Jahren auch in Europa wieder Gegenstand wissenschaftlicher Forschung.

So wurden auch die organischen und anorganischen Inhaltsstoffe von Shilajit (Asal, Mumijo) bekannt. Sie können je nach Herkunft bzw. Sammelgebiet differieren. Dr. med. Karl J. Probst und Peter Grunert haben sehr viele Informationen und Überlieferungen studiert und in ihrem Buch „Die Heilkraft der Mumijosteine“ Wesentliches der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der indische Weihrauch (Guggul) wurde nicht zuletzt durch Prof. Ammon auf seine entzündungshemmende Wirkung bei Rheuma und chronischen entzündlichen Darmerkrankungen erforscht und ein wissenschaftlich nachvollziehbares Wirkungsprinzip entdeckt: Der Weihrauch blockiert mit seinen Boswelliasäuren die körpereigenen Entzündungen antreibenden Stoffe (Leukotrine).

Naturheilkundige und vor allem in der indischen Naturheilkunde ausgebildete Ärzte haben eine andere Vorgehensweise als die so genannte Schulmedizin. In Indien wurde von Alters her versucht, die Wirkungen ihrer pflanzlichen Heilmittel durch geschicktes Kombinieren mehrer Pflanzen und teils auch anorganischer Substanzen zu optimieren und Nebenwirkungen möglichst auszuschalten.

Rezeptur einer Kräutermischung
nach indischer Tradition:


Achten Sie beim Kauf der Kräuter auf mögliche Rückstände und auf das Haltbarkeitsdatum. Gehen Sie in die Apotheke oder in ein zuverlässiges Kräutergeschäft. Alle Kräuter sehr klein geschnitten oder gemahlen und zu gleichen Teilen mischen oder im Geschäft gut mischen lassen. Täglich 1/4 Teelöffel pur gut einspeicheln oder in einer Teetasse aufbrühen und 5 Minuten ziehen lassen. Mit dem Sud ungesüßt (evtl. etwas Honig) morgens oder abends trinken.

Mumijo (oder Shilajit = Sanskrit-Name) ist eine Art Heilerde oder Erdharz aus den zentralasiatischen und nordindischen Hochgebirgsregionen.

Guggul (Boswellia serrata, Weihrauch, Sallaki) ist das Harz des Weihrauchstrauches, der vor allem in den trockenen Regionen Indiens wächst.

Amalaki-Beeren (Emblica officinalis) enthalten sehr viel Vitamin C, Bitterstoffe und Mineralien.

Haritaki-Früchte (Terminalia chebula) enthalten u. a. Tannin und Gallussäuren.

Bibhitaka-Früchte (Terminalia belerica) werden ohne Samenkörner verwendet, da diese ein narkotisierende Wirkung haben.

Sunthi (Zingiber officinalis) ist die getrocknete Ingwerwurzelknolle. Sie enthält mehrere Terpene, darunter Camphem, Cineol, Borneol und Zingiberin.

Pippali (Piper longum) wird als frische, reife Frucht und als unreife Frucht verwendet. Auch die Wurzel wird genutzt.

Marica (Piper nigrum) sind die getrockneten schwarzen Pfefferkörner aus den unreifen Früchten. Sie enthalten Piperin und Piperidin.

Bilva-Früchte (Aegle marmelos) sind eine indische Quittenart. Verwendet werden die reifen und unreifen Früchte und andere Pflanzenteile. Inhaltsstoffe sind u. a. Pektin, Taunin, und Marmelosinöl.

Mustha (Cyperus rotundus) ist das Nussgras. Verwendet werden die Wurzeln. Hat einen sehr herben Geschmack.

Haridra (Curcuma longa) ist bekannt als Gelbwurz. Verwendet werden die getrockneten Knollen. Bekannte Inhaltsstoffe sind Terpene, Phellandren, Borneol und Cineol.

Daruharidra (Berberis aristata) ist die indische Berberitze. Verwendet werden das Holz und die Wurzeln. Bekanntester Inhaltstoff ist Berberin.

Guduchi (Tinospora cordifolia). Verwendet werden Stamm und Wurzel der Pflanze.

Dhanyaka (Coriandrum sativum) ist unter dem Namen Koriander bekannt. Bekannte Inhaltsstoffe sind Geraniol und Coriandrol sowie alpha- und beta-Pinen.

Ela (Eletaria cardamomum). Vom Kardamom wird der Samen verwendet. Reich an wichtigen ätherischen Ölen.

Saindhava (Steinsalz) fördert den Transport der Kräuterwirkstoffe in die Zellen der Gewebe.

Bitte lesen:
Indische Kräutermischungen sollen in der Schwangerschaft und während der Stillzeit nicht genommen werden. Bei bekannter Allergie gegen einen der Inhaltsstoffe oder Unverträglichkeit sind die Kräuter und Zutaten zu meiden. Bei Kindern unter 14 Jahren liegen keine Erfahrungen vor. Bei Krankheit ist grundsätzlich vor Anwendung ein Arzt zu befragen.

Literaturhinweise:

Zoller A., Nordwig H.: Heilpflanzen der ayurvedischen Medizin, 1997

Dr. phil. Madhura Dixit, Dr. med. St. Rößler: Kräuterregulate bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen, 2004

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